Die meisten Menschen verlassen eine Gehaltsverhandlung mit weniger, als möglich gewesen wäre – nicht weil sie schlecht verhandelt haben, sondern weil sie gar nicht erst verhandelt haben. In Franken ist Bescheidenheit Tugend, aber bei der eigenen Bezahlung ist sie fehl am Platz.
Deinen Marktwert kennen
Bevor du auch nur ein Wort verlierst, musst du wissen, was du wert bist. Nutze Gehaltsvergleichsportale und schaue, was vergleichbare Stellen in der Region ausschreiben. Berücksichtige dabei Berufserfahrung, Qualifikation und Branche. In der Metall- und Elektroindustrie, die in Unter- und Mittelfranken stark vertreten ist, gibt es oft Tarifverträge als Orientierung.
Der richtige Zeitpunkt
Bei einer Neuanstellung verhandle erst, nachdem du das Jobangebot erhalten hast – nicht vorher. Im bestehenden Arbeitsverhältnis ist nach einer erfolgreichen Projektabwicklung oder nach der Probezeit ein guter Moment. Bitte nie um eine Gehaltserhöhung, wenn dein Unternehmen gerade unter Druck steht.
Was du konkret sagen solltest
Nenne als erstes eine Zahl – dein Gegenüber macht es sonst. Starte 10–15 Prozent über deinem Zielgehalt, damit du Spielraum hast. Sage nicht „Ich möchte gerne mehr verdienen", sondern: „Basierend auf meiner Erfahrung und dem aktuellen Marktniveau stelle ich mir ein Jahresgehalt von X Euro vor. Was ist da Ihr Spielraum?"
Nicht nur ums Gehalt verhandeln
Wenn der Arbeitgeber beim Grundgehalt nicht weiterkommt: Verhandle Benefits. Homeoffice-Tage, ein Dienstwagen, Weiterbildungsbudget oder mehr Urlaubstage haben ebenfalls einen realen Wert.
Fazit
Verhandeln ist kein Angriff – es ist professionell. Wer vorbereitet kommt, selbstbewusst auftritt und konkrete Zahlen nennt, hat die besten Chancen.